Mittwoch, 20. Juli 2016

20.7. Harlingen - Warffum

Radfahren entlang des Deichs

Balkanhitze in Holland. Der Flüssigkeitsbedarf ist extrem hoch. Der Wind kam heute phasenweise extrem hart von vorne. Nichts desto trotz, wunderschönes Radeln entlang des Deichs. Immer wieder habe ich kleine, alte Fischerdörfer durchquert, wo heute nur mehr ein paar alte Holländer wohnen und der Rest als Ferienwohnungen vermietet wird. Im Freilichtmuseum  „‘t Fiskershuske“ in Moddergat, wo 5 Häuser liebevoll hergerichtet wurden, kann man sich über das Leben der Küstenfischer, die verschiedenen Flutkatastrophen und die Bedeutung und Errichtung des gewaltigen über 300 km langen Deiches, informieren.

Die letzten Kilometer auf der Suche nach einem Campingplatz waren dann nur mehr ein Fight gegen die Hitze und gegen den starken Wind.

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Dienstag, 19. Juli 2016

19.7. Amsterdam - Harlingen

"always blue" by Chet Baker

Traumhaftes Sommerradeln in Holland. Wegen der zu erwartenden Hitze bin ich heute schon recht zeitig aufs Fahrrad gestiegen. Der erste Teil meiner Fahrt führte entlang des Ijsselmeers Richtung Norden, meist mit  tollem Blick aufs Meer. Von Hoorn nach Medemblik nahm ich die „Gerade“, um die Strecke um die Halbinsel zu verkürzen. Kilometerlang durchquerte ich kleine Ortschaften der Marke „landhouse-style“ wie man sie aus Gartenzeitschriften kennt. Schön gepflegte Redbrick-Häuser mit schmucken Gärten und liebevoller Einrichtung, soweit man das beim Vorbeifahren sehen konnte. Die nächsten 20 Kilometer führten mich schnurgerade an der Deichinnenseite nach Den Oever, wo ich eigentlich mein Zelt aufschlagen wollte. Weil ich aber so in Fahrt war, nahm ich noch den Abschlussdeich in Angriff. Diese 30 km lange Eindeichung der Zuiderzee wurde zum Schutz gegen Sturmfluten, die in der Vergangenheit schlimme Schäden angerichtet haben, gebaut. Die Strecke über den Deich, links das Meer, rechts das Meer war wegen der angrenzenden Autostraße ziemlich laut, weshalb ich mir erstmals auf meiner Fahrt die Stöpsel ins Ohr steckte. Mit rhythmischen Klängen und mit einer feinen Brise im Rücken erreichte ich schwuppdiwupp Harlingen in Friesland, wo ich nach dem Zeltaufstellen in brütender Hitze erstmals Siesta im Restaurant feierte. Werde mich erst wieder in den Abendstunden bewegen…

…und mir einen schönen Sonnenuntergang gönnen. Denn wo ist so etwas imposanter als am Meer.

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Montag, 18. Juli 2016

18.7. Amsterdam 2

Blick vom Adams-Tower

Hitze in Amsterdam. Habe mich deshalb ein wenig auf die grünen “Inseln“ von Amsterdam zurückgezogen, von denen es hier zahlreiche gibt. Zwischenzeitlich habe ich mir im Vondelpark ein wenig junge Kunst zu Gemüte geführt. Unter dem hochgestochenen Namen EXPO haben 52 angehende Künstler jeweils 5 Tage Kunst produziert, und das Entstandene in einer Gemeinschaftsausstellung präsentiert.
Nett anzusehend und vor allem sehr abwechslungsreich und zum Teil mit tollen Ideen. Später bin ich mit der Fähre auf die andere Seite von Amsterdam gefahren, um mir im Adam Tower die Stadt von oben anzuschauen. Schöner Ausblick von dort! Ja, und am Abend habe ich noch einen Abstecher zum eigentlichen Wahrzeichen von Amsterdam, dem Redlight District, gemacht. Neben der Legalisierung von Haschisch ist der liberale Umgang mit Prostitution ein weiteres Merkmal der weltoffenen Einstellung der Holländer. Und das Viertel zieht wirklich die Massen an. Ist eben doch eine Attraktion.




Sonntag, 17. Juli 2016

17.7. Amsterdam 1

Bahnhofspanorama

Noch nie habe ich so viele Fahrräder wie am Bahnhof Amsterdam gesehen. Auch im öffentlichen Raum sieht man Fahrräder wohin man schaut. Kein Lichtmast, keine Brücke, kein Schmideisengeländer, keine Hauswand wo nicht zahlreiche Fahrräder angekettet oder angelehnt sind.
Auf meinem Campingplatz da fühle ich mich ziemlich alt. Das Durchschnittsalter dürfte so ca. 30 Jahre unter meinem Alter liegen. Die Stimmung erinnert mich ein wenig an damals auf dem Openair in St. Gallen. Viele Zelte, viel Alkohol und immer ein Hauch von “Gras“ in der Luft. Man sieht auch sehr viele freakige Jugendliche mit Rasta-Frisuren oder sonst irgendwie, sagen wir einmal so: „alternativ“.
Bin heute sehr viel gesessen und habe den Menschen zugeschaut. Beim Fahrradfahren, bei ihren Posen beim Selfie, beim Fotografieren, beim Vorbeilaufen oder beim Spielen im Park. Speziell im Westpark waren heute Kind und Kegel unterwegs.

Ansonsten habe ich festgestellt, dass es in Amsterdam keinen Sonntag mehr gibt. Alle Geschäfte waren offen. Ich weiß es, weil ich heute Ausrüstung-Shoppen musste.

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Samstag, 16. Juli 2016

16.7. Haarlem - Amsterdam

Fahrradparadies Amsterdam

Seit heute weiß ich, dass es unglaublich viele Menschen gibt. Und ich weiß auch, dass sich von den vielen Menschen gerade viele in Amsterdam aufhalten. Eine Stadt als große Unterhaltungs-, Konsum-, Bespaßungs- und Entertainmenteinrichtung. War heute ein leichtes Kontrastprogramm zum gestrigen Dünenradeln. Obwohl auch das Radeln im Amsterdam Spaß macht. Habe heute meine persönliche Radsightseeingtour absolviert, um einen kleinen Eindruck von der Stadt zu bekommen. Es hat mich dabei ein riesiger Wirrwarr an Straßen, Brücken und Kanälen erwartet, aber auch schön anzusehende Gebäude und Häuser.

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Freitag, 15. Juli 2016

15.7. Hoek van Holland - Haarlem

Bikesurfing through the dunes.

Fahrradfahren vom Feinsten. Fotomotive wohin das Auge blickt, eine leichte Brise von Hinten, links das Meer, rechts die Dünen, ober mir der strahlend blaue Himmel.  Einfach traumhaft schön.
Auch die zahlreichen Seebäder haben alle sehr einladend ausgeschaut. Lediglich das vollkommen überlaufene Zandvoort (hier hat Niki Lauda, soviel ich weiß, auch schon einen GP gewonnen) hat mich ein wenig verwirrt. Auch der Campingplatz war voll. Obwohl wenn ich gewollt hätte, ein kleines Eckchen hätte ich schon noch gefunden. Ich wollte aber nicht. Und so bin ich nach Haarlem weitergefahren, wo ich heute am recht ruhig gelegenen Campingplatz DeLido mein Zelt aufgestellt habe.
Die historisch sehr interessante Stadt Haarlem ist übrigens eine typische Holländische Stadt mit einer sehr pulsierenden und von vielen Beizen und Gasthäusern geprägten Altstadt. 

Amsterdam, das ich morgen ansteuern werde, liegt lediglich 20 km von Haarlem entfernt. Also, morgen wird’s wohl eine „easy tour“ geben.

Donnerstag, 14. Juli 2016

14.7. Hoek van Holland

Hafen von Rotterdam

Relaxingday, naja, ganz relaxed war der Tag dann auch wieder nicht. Am Morgen bin ich zu einem Fahrradhändler gefahren, um mir meine Griffe bei der Lenkstange auswechseln zu lassen. Quasi, Fahrradservice. Hab dann gleich auch noch ein wenig Luft in die Reifen und neue Bremsklötze bekommen.
Danach stand die Besichtigung des „Europoorts“, des Rotterdamer Hafens auf dem Programm. Auf der Fahrt mit der Fast Ferry kann man das Gelände hautnah miterleben. Ausgestiegen bin ich auf der Maasvlakte 2, einem in den letzten Jahren künstlich aufgeschütteten neuen Hafenbereich. Unvorstellbare 385 Millionen m³ Sand wurden aus dem Meer geholt um den Hafen um 2000 ha zu vergrößern. Unglaubliche Dimensionen. Im Informationszentrum „FuturLand“ kann man sich ein Bild vom modernsten Hafen Europas machen. Auch sonst ist das Treiben im Hafengelände sehr beeindruckend. Den Nachmittag habe ich dann am Strand, wo ich niemanden im Wasser gesehen habe, und an der Maasmündung, quasi dem Endpunkt des Rheins, verbracht, wo ich den vorbeifahrenden Schiffen zugeschaut habe.
In Hoek van Holland sieht man noch zahlreiche Relikte aus dem zweiten Weltkrieg. Die durchwegs wenig ästhetische Betonbunker wurden von den deutschen Besatzern als „Atlantikwall“ zum Schutz vor einer Invasion der Alliierten errichtet. Zahlreiche Museen würden einen tieferen Einblick in die Thematik gewähren. Mir war aber nicht so nach Krieg zumute.

Morgen geht ‘s dann ein Stückchen weiter Richtung Norden.