Montag, 25. Juli 2016

25.7. Bremen 1

Schöne Bürgerhäuser allerorts.

Faulenzertag in Bremen. Weil alle Museen am Montag geschlossen haben: ein bisschen Bürgerpark, ein bisschen Altstadt mit Turmbesteigung des St. Petri-Doms, ein bisschen Hauptbahnhof, ein bisschen Schnorrviertel, ein bisschen auf dem Lyrischen Pfad im Bürgerpark flaniert, ein bisschen Überseestadt, wo aus dem unrentabel gewordenen Hafen ein neues Hafenquartier entstanden ist…


So geht ein Tag in Bremen vorbei wie im Flug.

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Sonntag, 24. Juli 2016

24.7. Brake - Bremen

Beim Wahrzeichen war ich schon...

Nachdem auch Bremen und sein Umland über ein recht gut ausgebautes Radwegnetz verfügt, war es nicht schwierig, den passenden Weg zu meinem Ziel zu finden. An einigen Knotenpunkten der Radwege befinden sich übersichtliche Radkarten, von denen ich immer wieder zur Sicherheit ein Foto machte, um gegebenenfalls den richtigen Weg zu finden. Wäre aber wegen der guten Beschilderung eh nicht nötig gewesen. Nachdem der Campingplatz von Bremen am Stadtwaldsee/Uni-See liegt, also einem markanten Punkt, war auch dieser recht einfach zu finden. Zwar liegt der Campingplatz ca. 6 km vom Stadtzentrum entfernt, der Weg dorthin führt jedoch durch den wunderschönen Bürgerpark, was die Fahrt wiederum recht kurzweilig macht. Die schöne Innenstadt mit den vielen kunstvoll gestalteten Häusern zeugen noch heute vom großen Reichtum der Hansestadt und dem bis heute gut florierenden Seehandel. Und natürlich musste ich den Bremer Stadtmusikanten meine Aufwartung machen.

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23.7. Hooksiel - Brake

grau + grau = grau

Heute wie gestern. Grau in Grau. Aufbruch war am Morgen schon um 7.30 Uhr, weil ich die Fähre über den Jadebusen um 9 Uhr erwischen wollte. Diese Fähre  fährt nämlich nur zweimal am Tag. 18 km sollten es nach Wilhelmshaven sein. Vorbei an Kohlekraftwerken, dem Ölhafen und dem deutschen Marinestützpunkt Wilhelmshaven machte der Radweg immer wieder riesige Schleifen und Umwege. So waren es schließlich 26 km bis zum Hafen, den ich zum Glück gleich fand und die Fähre gerade noch rechtzeitig erreichte. Die Überfahrt war dann ähnlich trüb wie das Wetter. Von Eckwarderhörne fuhr ich noch ein Stückchen entlang des Jadebusens, bis ich endgültig der Nordsee „Tschau“ sagte und Richtung Weser ins Landesinnere querte. Auf landschaftlich schönen, fahrtechnisch aber nur mäßigen Radwegen erreichte ich nach ca. 75 km die Stadt Brake an der Weser, wo ich einen Campingplatz vermutete. Dem war aber nicht so. Routing bei Auge, Hirn und Mund sagte mir jedoch, dass auf der anderen Seite auf der Weserinsel Harriersand ein Naturcampingplatz sich für eine Übernachtung anbietet. Also hinunter zum Fährhafen und… Fähre knapp verpasst. Eine Stunde warten. Mit zwei Fischbrötchen undein bisschen den vorbeifahrenden Schiffen zuschauen verging die Zeit bis zum Übersetzen wie im Flug.
Was für ein Kontrast zu gestern. Hooksiel, ein Mega-Touristen Campingplatz. Weihnachten auf dem Campingplatz mit Santa Claus, Wichteln und Weihnachtsgedudel bis um 2 Uhr morgens. Neben mir eine Jugendgruppe, die ebenfalls ihre Bässe in Stellung brachten und ein naiv-primitives Gegröle bis am Morgen hatten.

Da schätze ich das Naturcampen. Kein Auto, kein Wohnmobil. nur Zelte, viele Familien mit Kindern, die ihr Wochenende hier verbringen.  Wird ruhiger werden als gestern.

Freitag, 22. Juli 2016

22.7. Upleward - Hooksiel

the road to nowhere

Trüber Himmel in Friesland. Bodennebel. Fast wie bei uns im Herbst. Und so ist die Lust zum Weiterradeln nicht auf höchstem Niveau, obwohl nach der Hitze der letzten Tage etwas Abkühlung schon auch gut tut.
Gleich nachdem ich den Campingplatz verlassen und den Leuchtturm Pilsum passiert hatte, wurde ich von zwei netten Herren für eine Befragung aufgehalten. Nachdem die Zwei schon eine Stunde gewartet hatten, war ich der erste Fahrradfahrer der an diesem trüben Vormittag die
Neßmersiel, Dornumersiel, Bensersiel, Neuharlingersiel, Harlesiel, Horumersiel, Hooksiel. Heute ging’s von einem Siel zum anderen. In Neßmersiel (Wattwanderung) und Dornumersiel (Campingplatz), an welche ich schöne Erinnerungen habe, musste ich mich kurz umschauen, um ein wenig mein „Heimweh“ abzustreifen. Schlusspunkt meiner Fahrt war der Mega-Campingplatz in Hooksiel. Auf meinem Campingplatz muss ich gefühlte 15 Minuten bis zum Servicegebäude laufen. Ein riesen Ding. 1500 Stellplätze und dann gibt es noch einen riesigen FKK-Campingbereich (für die, die so etwas mögen…).

Ja, und das gewisse deutsche Wesen fängt wieder an, mir schön langsam auf den Wecker zu gehen.

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Donnerstag, 21. Juli 2016

21.7. Warffum - Upleward

Bild mit blauem Hintergrund

Heute habe ich ein wenig abgekürzt und bin vom eigentlichen Nordseeküstenweg, dem ich die längste Zeit gefolgt bin, ein wenig abgewichen und direkt entlang dem Dollart, einer Meeresbucht südlich von Emden entlanggefahren, habe dann die Fähre Ditzum-Petkum genommen, Emden durchquert und mich durchs „Ried“ nach Upleward durchgeschlagen. Als Grenzüberschreiter befinde ich mich nunmehr wieder in Germanien. Zwar kann ich von der von Deichen geprägten Landschaft, von der Bauweise der Häuser, von den Windmühlen in den Dörfern und von der Art der Menschen keinen wesentlichen Unterschiede erkennen (Friesland ist eben Friesland), aber zumindest wird nach dem Grenzübertritt wieder Deutsch gesprochen. Holland kann ich als Urlaubsland sehr empfehlen. Die Menschen hier sind unglaublich nett, ausgeglichen und sympathisch, die Weite der Landschaft und des Meeres ist schön anzusehen, in den Städten gibt es viel zu sehen und als Fahrradland ist Holland sowieso unübertrefflich.

Dass man in Deutschland unter dem Begriff „Radweg“ eine durchwegs andere Vorstellung als in Holland hat, daran werde ich mich in den nächsten Tagen wohl gewöhnen müssen. Derzeit bin ich auf den Spuren meines vorletzjährigen Familien- Urlaubs, als wir mit dem Wohnmobil Ostfriesland erkundeten. So haben wir auch den in Sichtweite meines Campingplatzes gelegenen Leuchtturm Campen, welcher der höchste Deutschlands ist, damals bestiegen.


Mittwoch, 20. Juli 2016

20.7. Harlingen - Warffum

Radfahren entlang des Deichs

Balkanhitze in Holland. Der Flüssigkeitsbedarf ist extrem hoch. Der Wind kam heute phasenweise extrem hart von vorne. Nichts desto trotz, wunderschönes Radeln entlang des Deichs. Immer wieder habe ich kleine, alte Fischerdörfer durchquert, wo heute nur mehr ein paar alte Holländer wohnen und der Rest als Ferienwohnungen vermietet wird. Im Freilichtmuseum  „‘t Fiskershuske“ in Moddergat, wo 5 Häuser liebevoll hergerichtet wurden, kann man sich über das Leben der Küstenfischer, die verschiedenen Flutkatastrophen und die Bedeutung und Errichtung des gewaltigen über 300 km langen Deiches, informieren.

Die letzten Kilometer auf der Suche nach einem Campingplatz waren dann nur mehr ein Fight gegen die Hitze und gegen den starken Wind.

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Dienstag, 19. Juli 2016

19.7. Amsterdam - Harlingen

"always blue" by Chet Baker

Traumhaftes Sommerradeln in Holland. Wegen der zu erwartenden Hitze bin ich heute schon recht zeitig aufs Fahrrad gestiegen. Der erste Teil meiner Fahrt führte entlang des Ijsselmeers Richtung Norden, meist mit  tollem Blick aufs Meer. Von Hoorn nach Medemblik nahm ich die „Gerade“, um die Strecke um die Halbinsel zu verkürzen. Kilometerlang durchquerte ich kleine Ortschaften der Marke „landhouse-style“ wie man sie aus Gartenzeitschriften kennt. Schön gepflegte Redbrick-Häuser mit schmucken Gärten und liebevoller Einrichtung, soweit man das beim Vorbeifahren sehen konnte. Die nächsten 20 Kilometer führten mich schnurgerade an der Deichinnenseite nach Den Oever, wo ich eigentlich mein Zelt aufschlagen wollte. Weil ich aber so in Fahrt war, nahm ich noch den Abschlussdeich in Angriff. Diese 30 km lange Eindeichung der Zuiderzee wurde zum Schutz gegen Sturmfluten, die in der Vergangenheit schlimme Schäden angerichtet haben, gebaut. Die Strecke über den Deich, links das Meer, rechts das Meer war wegen der angrenzenden Autostraße ziemlich laut, weshalb ich mir erstmals auf meiner Fahrt die Stöpsel ins Ohr steckte. Mit rhythmischen Klängen und mit einer feinen Brise im Rücken erreichte ich schwuppdiwupp Harlingen in Friesland, wo ich nach dem Zeltaufstellen in brütender Hitze erstmals Siesta im Restaurant feierte. Werde mich erst wieder in den Abendstunden bewegen…

…und mir einen schönen Sonnenuntergang gönnen. Denn wo ist so etwas imposanter als am Meer.

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